Categories
Allgemein Artikel Magazin

Samba als Beispiel offener Software-Entwicklung

Veröffentlicht im Mostviertel-Basar, Ausgabe 125, 2007

Wer ein Netzwerk basierend auf Microsoft Windows verwenden will, muß zu Beginn einiges Geld investieren. Lizenzgebühren für Server- und Workstation-Betriebssysteme summieren sich schnell
zu mehreren Tausend Euros. Oft nutzen jedoch gerade kleinere Netze, wie sie in kleineren Firmen oder gar Haushalten vorkommen, bei weitem nicht alle Möglichkeiten, die ein ausgewachsener
Windows-Server bietet.

Meist kommen nur Datei- und Druck-Server-Dienste zum Einsatz, die gemeinsame und zentrale Datenhaltung steht im Vordergrund, darüber hinausgehende Funktionalitäten wie die Verwaltung von Microsoft Windows NT-Domänen oder die Unterstützung von Active Directory sind für grössere Strukturen gedacht.

Weiters stellen aktuelle Server-Betriebssysteme von Microsoft hohe Anforderungen an die Hardware, aktuelle Prozessoren und viel Hauptspeicher werden empfohlen.

Doch es gibt eine sehr ernstzunehmende Alternative.
Diese kommt nicht aus einem der großen Software-Häuser, sondern aus der weltweiten Gemeinschaft der Open-Source-Gemeinde.

Open Source ist der Überbegriff für einen alternativen Umgang mit Entwicklung, Wartung und Verbreitung von Software. Grundlegend dafür ist das zwingende Offenlegen der Programm-Quelltexte, eben der “open sources”. Konträr zur Praxis von Firmen wie dem Betriebssystem-Branchenleader Microsoft, der seine Software nur in Form von fertig kompilierten Programmen vertreibt, und unter Berufung auf Urheberrecht den Einblick in die Programmtexte verweigert, ist es in der OpenSource-Welt fundamentales Prinzip, jedes Programm mit seinem Quelltext zu veröffentlichen.

Dies begründet einen nach wie vor stattfindenden Umdenkprozeß, das herkömmliche kapitalistische Modell, daß nur das Geheimhalten von KnowHow zu Umsätzen führt, wird hier in Frage gestellt.

Und auch die Argumentation, daß nur Software aus klassischen Softwarehäusern qualitativ gut und sicher sein kann, wird in der Praxis widerlegt.

So auch von Samba:

Samba ist Software, die einen Unix/Linux-kompatiblen Rechner derart in Windows-Netzwerke einbindet, daß dieser Rechner für andere Windows-Rechner wie ein herkömmlicher Windows-Server “aussieht”. Damit wird z.B. ein Linux-Rechner zu einem vollwertigen NT-Server, der Druck- und Datei-Serverdienste im Netz anbietet. Basierend auf der Stabilität und Sicherheit von Linux, einem weiteren Paradebeispiel von OpenSource-Entwicklung, kann so sehr preisgünstig eine alternative Serverlösung installiert werden.

Dabei ist Samba alles andere als eine “Alternative für Arme”, die Leistungsfähigkeit von Samba übertrifft in manchen Eigenschaften sogar die von Windows Server 2003 (auch wenn die Ergebnisse mancher Tests je nach Auftraggeber abweichen).

Und die Stabilität eines Samba-Servers läßt auch nicht zu wünschen übrig, Laufzeiten von mehreren Monaten ohne Neustarts sind keineswegs eine Seltenheit.

Samba ist bereits seit Jahren fixer Bestandteil aller namhaften Linux-Distributionen, und kann mittels menügeführtem Setup auch vom ambitionierten Linux-Neuling in Gang gebracht werden. Um die volle Leistungsfähigkeit von Samba kennen und nutzen zu lernen, empfiehlt sich jedoch das informative Gespräch mit einem erfahrenen Samba-Administrator.

Mehr Infos zu Samba auf http://www.samba.org

Categories
Allgemein Artikel Buch

Samba

Was ist Samba?

Samba ist ein Programm-Package, mit dem jeder Unixrechner Datei- und Druckdienste für SMB- und CIFS-Clients zur Verfügung stellt. Dazu gehören natürlich vorrangig die verschiedenen Microsoft-Windows-Derivate, von Windows 2000 bis Windows 10.

Betriebsarten

Domain-Controller (DC)

Seit der Release 3.0 kann Samba als vollwertiger NT4-PDC arbeiten. Damit ist es möglich, in bestehenden NT4-Domänen die von MS nicht mehr unterstützten NT4-Server durch aktuelle und stetig weiterentwickelte Samba-Server zu ersetzen.

Die Release 4.x brachte vollen Active-Directory(ADS)-Support, Samba kann also nun auch Domain-Controller in ADS-Domains sein, neuere Windows-Versionen setzen ADS voraus, bzw. unterstützen NT4-Domains nur noch teilweise.

Samba 4 bringt Tools mit, mit denen man eine klassische NT4-basierte Domains zu einer ADS-Domain migrieren kann (“classic upgrade”). Dabei unterstützen wir Sie gerne.

Fileserver

Samba kann auch als Standalone-Fileserver genutzt werden. Die Authentifzierung kann gegen lokale User-Datenbanken (passwd/shadow) erfolgen.

Weiters kann Samba als Domain-Member-Server (DM) betrieben werden: so kann ein Linux-Fileserver in einer MS-Windows-Domain laufen, Lizenzgebühren und CALs für diesen Dateiserver: *null* EUR!

Dokumentation

Seit November 2003 gibt es eine Initiative einiger deutschsprachiger Samba-Anwender, die bestehende Dokumentation von Samba 3 (und folgender Releases) ins Deutsche zu übersetzen.

Stefan G. Weichinger von oops! hat in diesem Projekt-Team eine führende Rolle übernommen, und den größten Teil der Dokumentation übersetzt.

Im August 2004 konnte nun diese erste komplette Übersetzung der Samba-3-Dokumentation fertiggestellt werden. Sie umfaßt sowohl die sogenannte HOWTO-Collection wie auch die Man-Pages.

Das Samba-Team hat ein Buch mit diesen Inhalten
veröffentlicht, namens

The Official Samba-3 HOWTO and Reference Guide


Die deutschsprachige Übersetzung dieses Buchs
heißt “Samba 3, das offizielle Handbuch” und ist bei Addison-Wesley erschienen.

oops! ist offiziell als sogenannter “Commercial Supporter” für Samba registriert.

Finden Sie uns unter:
Commercial Samba-Support in Austria

Samba-Projekt