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August 2004 : Happy Birthday, Tux!

/ 6 Juli 2007

Das freie Betriebssystem Linux feiert seinen 13. Geburtstag.

Vor dreizehn Jahren, am 25.August des Jahres 1991, schrieb der junge finnische Student Linus Torvalds eine Email an die Newsgroup comp.os.minix. Darin sprach er bescheiden davon, an einem freien Betriebssystem für die damals gängigen IBM-PCs zu arbeiten. Zitat:

“[…] just a hobby, won’t be big and professional […]”.

Mit dieser mittlerweile legendären Email begann eine der größten Erfolgsgeschichten unserer Zeit, die Entwicklung von Linux.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte ein privater Computer-Besitzer so gut wie keine Wahl. Für die gängige Hardware, den IBM-kompatiblen PC gab es nur wenige Betriebssysteme, die sich der Einzelne auch leisten konnte. Der Branchenführer Microsoft beherrschte schon damals den Markt mit seinen Systemen MS DOS 5.0 und MS Windows 3.0, die Versuche von IBM, mit OS/2 ein konkurrenzfähiges Produkt zu plazieren, waren auch von geringem Erfolg, und das war es dann auch 1991. Die grossen und leistungsfähigen UNIX-Betriebssysteme, die im universitären und militärischen Bereich im Einsatz waren, hatten (und haben es nach wie vor) astronomisch hohe Lizenzkosten, und waren zudem nicht für die in den IBM-PCs verwendeten Prozessoren entworfen. Einer der Versuche, die Design-Konzepte von UNIX (dessen Wurzeln irgendwo im Frühjahr des Jahres 1969 liegen) auf die PC-Architektur zu übertragen, war oben erwähntes Minix. Die leistungsfähigen Werkzeuge der UNIX-Welt waren bereits zu einem Großteil von der GNU-Bewegung unter der Führung von Richard Stallman als freie Software neu geschaffen worden, und stand bereits damals als OpenSource-Software zur Verfügung. Allein das darunter liegende Betriebssystem, der sogenannte Kernel, fehlte noch, um ein vollständiges Paket zu bilden.

Und dann kam Linus Torvalds mit seiner Studenten-Arbeit. Er war fasziniert von der Philosophie, die in UNIX zur Anwendung kam, und versuchte, dieselben Prinzipien auf ein System für IBM-PCs anzuwenden. Eines gab das andere, und aus seiner Arbeit entstand der erste Linux-Kernel. Und Torvalds tat etwas sehr umsichtiges, das rückblickend entscheidend für die Entwicklung von Linux war: Er gab die Rechte zur Nutzung und Weiterentwicklung frei, und machte es damit jedem Programmierer weltweit möglich, diese Software zu verändern und zu verbessern, ohne dafür Lizenzgebühren bezahlen zu müssen.

Die OpenSource-Gemeinde nahm dies begierig auf und begann, Verbesserungen und Erweiterungen einfliessen zu lassen. So entstand eines der größten weltweiten Software-Projekte unserer Zeit, das unter Zusammenarbeit vieler einzelner Freiwilliger immer stärker und leistungsfähiger wurde. In Verbindung mit den Programmen der GNU-Bewegung entstanden die ersten Linux-Distributionen, die von kommerziellen Firmen vertrieben wurden. Durch die Offenheit und Flexibilität, aber auch durch seine Leistungsfähigkeit und Stabilität gewann es über die Jahre immer mehr Anerkennung als ernstzunehmende Alternative zu den MS Windows Produkten.

Mittlerweile gibt es kein “Vorbei an Linux” mehr. Es ist zu einem erwachsenen Produkt geworden, das aus der modernen EDV nicht mehr wegzudenken ist. Happy Birthday, Tux!

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