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Ausgabe Nr. 145, 18.01.2005 : Von emails und Dosenfleisch.

/ 6 Juli 2007

Spam und seine Folgen.

Mögen Sie Dosenfleisch? Jeden Tag? Ich denke nicht, dennoch kriegen wahrscheinlich auch Sie jeden Tag eine grosse, fette Lieferung davon in Ihr Postfach. Nicht? Sind Sie sicher?

Die Rede ist von Spam, also von den unzähligen unverlangt zugesendeten Emails, die jeden Nutzer des Internets mehr oder weniger überfluten. Der Name Spam ist eigentlich eingetragener Markenname für das Dosenfleisch der Firma Spam, die berühmte Komikertruppe Monty Python hatte in einem Sketch einige Wikinger im Chor “Spam, Spam, Spam, …” singen lassen, was mehr und mehr dazu führte, daß man den eigentlichen Liedtext überhaupt nicht mehr verstehen konnte. Und da dies eine treffende Analogie zum wachsenden Aufkommen von Werbe-Emails war, wurde der Name Spam zum Synonym für die Flut von Emails, die täglich unzählige Mailboxen füllen.

Aus der Sicht der Spammer ist Spam ein wirksames Werkzeug. Es ist schnell und kostengünstig möglich, eine Werbebotschaft in Form einer Email an eine nahezu beliebig grosse Anzahl von Empfängern zu versenden. Keine Druck-Kosten, keine Porto-Gebühren, nur eine Email und eine grosse Liste von Email-Adressen reichen aus. Das Problem liegt jedoch darin, daß die Kosten für das gesteigerte Mail-Aufkommen auf die Provider und Endkunden abgewälzt werden, die Internet-Provider müssen all diesen zusätzlichen Verkehr abarbeiten, und die Kapazitäten werden mehr und mehr strapaziert.

Und der Empfänger? In der Vielzahl von Spam-Mails drohen die eigentlich wichtigen Emails übersehen zu werden, die Mailbox muß ständig ausgemistet werden, und es kann passieren, daß man versehentlich die wichtige Emails mit den Spam-Mails wegschmeißt. Weiters nimmt dieses Durchforsten tagtäglich wertvolle Zeit in Anspruch, Studien besagen, daß dies mittlerweile einen ernstzunehmenden Verlust für die Volkswirtschaft bedeutet, da so wertvolle Arbeitszeit verlorengeht.

Was kann man also tun? Das wohl wirksamste derzeit eingesetzte Mittel sind sogenannte Spamfilter. Diese können einerseits schon beim Provider zum Einsatz kommen, allerdings können dort nur relativ grobe Filter zum Einsatz kommen, um die gefürchteten “false-positives” zu vermeiden. Von einem “false-positive” spricht man, wenn eine Email fälschlicherweise als Spam gekennzeichnet wird, die eigentlich kein Spam ist. Filtert der Provider eine für mich wichtige Mail aus, und ich kann nachweisen, daß der Verlust dieser Email für mich einen wirtschaftlichen Schaden bedeutet, so kann ich Haftungsansprüche geltend machen. Daher ist es einem Provider rechtlich nicht erlaubt, vermeintlichen Spam zu löschen, dieser darf nur markiert werden, und es obliegt dem Empfänger, aufgrund dieser Markierung diese Mails auszusortieren oder zu löschen.

Besser ist der Einsatz von Spamfiltern am eigenen Rechner oder im eigenen Netzwerk. Hier können die Filter an das individuelle Mailaufkommen angepaßt werden, moderne Technologien wie Bayes-Filter lernen sogar aus den jeweiligen Mails und passen sich sukzessive an das eigene Verhalten an. Trefferquoten von über 99% sind an der Tagesordnung und so tragen diese kleinen Werkzeuge dazu bei, unsere Mailboxen wieder zur dosenfleisch-freien Zone zu machen.

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