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Ausgabe 125 : Samba als Beispiel offener Software-Entwicklung

/ 6 Juli 2007

Wer ein Netzwerk basierend auf Microsoft Windows verwenden will, muß zu Beginn einiges Geld investieren. Lizenzgebühren für Server- und Workstation-Betriebssysteme summieren sich schnell
zu mehreren Tausend Euros. Oft nutzen jedoch gerade kleinere Netze, wie sie in kleineren Firmen oder gar Haushalten vorkommen, bei weitem nicht alle Möglichkeiten, die ein ausgewachsener
Windows-Server bietet.

Meist kommen nur Datei- und Druck-Server-Dienste zum Einsatz, die gemeinsame und zentrale Datenhaltung steht im Vordergrund, darüber hinausgehende Funktionalitäten wie die Verwaltung von Microsoft Windows NT-Domänen oder die Unterstützung von Active Directory sind für grössere
Strukturen gedacht.

Weiters stellen aktuelle Server-Betriebssysteme von Microsoft hohe Anforderungen an die Hardware, aktuelle Prozessoren und viel Hauptspeicher werden empfohlen.

Doch es gibt eine sehr ernstzunehmende Alternative.
Diese kommt nicht aus einem der grossen Software-Häuser, sondern aus der weltweiten Gemeinschaft
der Open-Source-Gemeinde.

Open Source ist der Überbegriff für einen alternativen Umgang mit Entwicklung, Wartung und Verbreitung von Software. Grundlegend dafür ist das zwingende Offenlegen der Programm-Quelltexte, eben der “open sources”. Konträr zur Praxis von Firmen wie dem Betriebssystem-Branchenleader Microsoft, der seine Software nur in Form von fertig kompilierten Programmen vertreibt, und unter Berufung auf Urheberrecht den Einblick in die Programmtexte verweigert, ist es in der OpenSource-Welt fundamentales Prinzip, jedes Programm mit seinem Quelltext zu veröffentlichen.

Dies begründet einen nach wie vor stattfindenden Umdenkprozeß, das herkömmliche kapitalistische Modell, daß nur das Geheimhalten von KnowHow zu Umsätzen führt, wird hier in Frage gestellt.

Und auch die Argumentation, daß nur Software aus klassischen Softwarehäusern qualitativ gut und sicher sein kann, wird in der Praxis widerlegt.

So auch von Samba:

Samba ist Software, die einen Unix/Linux-kompatiblen Rechner derart in Windows-Netzwerke einbindet, daß dieser Rechner für andere Windows-Rechner wie ein herkömmlicher Windows-Server “aussieht”. Damit wird z.B. ein Linux-Rechner zu einem vollwertigen NT-Server, der Druck- und Datei-Serverdienste im Netz anbietet. Basierend auf der Stabilität und Sicherheit von Linux, einem weiteren Paradebeispiel von OpenSource-Entwicklung, kann so sehr preisgünstig eine alternative Serverlösung installiert werden.

Dabei ist Samba alles andere als eine “Alternative für Arme”, die Leistungsfähigkeit von Samba übertrifft in manchen Eigenschaften sogar die von Windows Server 2003 (auch wenn die Ergebnisse mancher Tests je nach Auftraggeber abweichen).

Und die Stabilität eines Samba-Servers läßt auch nicht zu wünschen übrig, Laufzeiten von mehreren Monaten ohne Neustarts sind keineswegs eine Seltenheit.

Samba ist bereits seit Jahren fixer Bestandteil aller namhaften Linux-Distributionen, und kann mittels menügeführtem Setup auch vom ambitionierten Linux-Neuling in Gang gebracht werden. Um die volle Leistungsfähigkeit von Samba kennen und nutzen zu lernen, empfiehlt sich jedoch das informative Gespräch
mit einem erfahrenen Samba-Administrator.

Mehr Infos zu Samba auf der Samba-Projekt-Seite

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